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Was ist transnationale Bildung ...

Transnationale Kompetenzen entwickeln sich in einem vielschichtigen Prozess, bei dem bestimmte interpersonale und interaktionale Erfahrungen mit Hilfe systematischer Reflexion bearbeitet werden. Dadurch entstehen neben bestimmten persönlichen Eigenschaften die  Bereitschaft und Fähigkeit, transnationale Interaktions-Prozesse zu gestalten. Zudem entwickeln sich neue Kenntnisse und Wissensvorräte für die gedankliche Vorwegnahme (Antizipation) und Planung interkultureller Begegnungen im Rahmen sinnstiftender Prozesse.

 

               ...welche Rolle spielt dabei Respekt und Lebensteilung?



Persönliche Eigenschaften

Die persönlichkeitsbildende Entwicklung transnationaler Kompetenzen zeigt sich in einer individuellen Offenheit gegenüber Neuem, Fremden und Andersartigem. Es entwickelt sich Neugier und die Bereitschaft, eigene Standpunkte und Überzeugungen in Frage zu stellen. Der Respekt vor der Würde jedes Menschen bildet sich durch den eigenen Lernprozesses aus, der durch die reflektierte Wahrnehmung Anderer initiiert wird.



Würde, Person und Zukunft


Die Würde des Menschen besteht in der Einzigartigkeit jeder Person. Diese entsteht dadurch, dass persönlich gemachte Erfahrungen identitätsbilden wirken. Diese Erfahrungen sind in Zeit, Ort, Kultur und soziale Prozesse eingebunden, welche jeweils die personalgeschichtlich eigenen Wahrnehmungs- und Interpretationsweisen hervorbringen, die somit wiederum kontingent sind.

In diesen identitätsbildenden
Erfahrungs-, Wahrnehmungs- und Interpretationsprozessen sind alle Momente gelungener und missglückter menschlicher Begegnung aufgehoben. Sie bilden damit die in der Person aufgehobenen individuellen Freud-, Leid- und Lernerfahrungen ab. Der reflexive und zukunftsgewandte Umgang mit der eigenen persönlichen Geschichte führt zur bewussten Gestaltung von gemeinschaftlichen Prozessen und somit von gemeinsamer Zukunft. Dies ist der Grund für das Interesse, das wir an anderen Personen haben.
 
Lebensteilung und Begegnung als "gemeinsam-individueller" Bildungsprozess


Je mehr wir uns auf die global-soziale Prozesshaftigkeit des menschlichen Lebens einlassen, werden eigene Ansichten immer wieder in Frage gestellt. Desto wichtiger wird die Einzigartigkeit des individuellen anderen Menschen für die Spiegelung der eigenen Wahrnehmungen, Interpretationen und Lernerfahrungen.


In der wechselseitigen Wahrnehmung und im Versuch einer Verständigung findet sozial bedeutsame Erkenntnis statt. Deshalb bietet jeder Mensch dem wir begegnen neben der Möglichkeit des Scheiterns zwischenmenschlicher Begegnung immer auch die Möglichkeit der gelungenen "gemeinsam-individuellen" Weiterentwicklung.

Mit Hilfe unserer heute auf der Erde lebenden „Zeitgenossen“ können wir die Prozesse weiterentwickeln oder besser gestalten, die bisher missglückten oder durch Nicht-Begegnung ausblieben oder unvollendet sind. Transnationale Begegnungen sind gerade durch die Vielfalt der Einzig- und Andersartigkeit der Menschen so gehaltvoll für menschliche Weiterentwicklung.

Transnationale Begegnungen sind der Beginn des Verschwindens nationaler Grenzen!

 

Tom Kehrbaum (2012/2013 Fellow am Kolleg Friedrich Nietzsche in Weimar)